Artikel Südkurier 6.10.04: Luftnummer oder Ernst?

Alles zum Projekt "Zeppelin Europe Tours" von Dr. Wolfgang von Zeppelin, sowie zum geplanten 40-Sitzer-Zeppelin

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Artikel Südkurier 6.10.04: Luftnummer oder Ernst?

Beitragvon Lifter » Mi, 06.10.2004 7:30

http://www.suedkurier.de/lokales/regionalnachrichten/bodensee/friedrichshafen/art1063,1221750.html?fCMS=22fe3d90cfe73e9efbeb47b766fdbb1f

06.10.2004

Luftnummer oder Ernst?
Wie der ganz große Zeppelin abheben soll


Friedrichshafen

Schon seit Monaten stecken fast 20 Luftschiff-Enthusiasten regelmäßig die Köpfe zusammen, um ein Projekt zu forcieren, das die einen belächeln, die anderen begeistert: "Zeppelin Europe Tours - ZET". Dahinter steckt der Plan, zehn Luftschiff-Stationen in europäische Metropolen aufzubauen und per Zeppelin im Rundkurs anzusteuern - nicht mit einem Luftschiff, sondern mit zwölf, nicht mit dem 72 Meter langen Zeppelin "NT", sondern einem 125 Meter langen, der aber auf der heutigen Technologie basiert, micht mit 12 Passagieren an Bord, sondern mit 45.

Jetzt bekamen Vereinsmitglieder einen Einblick in den Stand der Dinge - und eine Broschüre, die "mehr als ein Geschäftsmodell" sein will.

"Es gibt bisher keinen, der Kreuzfahrten in der Luft anbieten kann", ist Wolfgang von Zeppelin von dem Projekt fasziniert. Der Gedanke scheint verlockend, doch ob sich Investoren von dieser Idee überzeugen lassen? Mit rund 400 Millionen Euro "maximalem Mittelbedarf" im siebten Jahr der Projektlaufzeit kalkulieren die Zeppelin-Enthusiasten. Zehn Geldgeber sollen gefunden werden, die jeweils eine Luftschiff-Station aufbauen. An fünf bis acht Jahre Realisierungszeit ab Projektstart ist gedacht - wenn sich Investoren finden.

Die werden sicher nicht Schlange stehen. Die Gesellschafter der Zeppelin-Luftschifftechnik haben bereits abgewunken. Weder die ZF noch die Zeppelin GmbH "werden sich an unserem Projekt beteiligen", sagte Wolfgang von Zeppelin, "und ich habe Verständnis dafür". Um den 45-sitzigen Zeppelin NT technisch zu entwickeln, zu bauen und zuzulassen, sind nur vier Jahre angesetzt. "200 Millionen Euro Kosten und keine Einnahmen", umriss Heinolf Kielkopf diese Phase. Für die Entwicklung seien 130 Millionen Euro das Zehnfache der Entwicklungskosten des heutigen Zeppelin NT. Um die Lufterprobung möglichst in einem Jahr abzuschließen, sollen gleich drei Prototypen gebaut und getestet werden. Die Zeppelin-Luftschifftechnik (ZLT) hat drei Jahre dafür gebraucht. Die Entwicklung und den Bau der ZET-Luftschiffe würde die ZLT übernehmen. Eine Absichtserklärung wurde unterzeichnet. Von 900 Arbeitsplätzen ist die Rede.

Von 445 000 Rundflügen über den jeweiligen Städten sowie 40 500 Streckenflügen von Station zu Station wird ausgegangen, wenn die ganze Flotte unterwegs ist, was einer 80-prozentigen Auslastung entspräche. Ein Fluggast zahlt nach dieser Kalkulation von 250 Euro für einen einstündigen Rundflug bis zu 12500 Euro für eine Europa-Rundtour. Das soll über 100 Millionen Euro jährlich in die Kassen spülen, wenn die ganze Flotte unterwegs ist - ohne Einnahmen durch Werbung. Bei geschätzten Betriebskosten von etwa 46 Millionen Euro soll das Unternehmen nach 14 Jahren in den schwarzen Zahlen sein.

Priorität habe, Investoren zu finden. Potentiellen Geldgeber allerdings könne man sich derzeit "nur" als Förderverein präsentieren. "Irgendwann muss dieses Projekt in einer Gesellschaft festgezurrt werden", schlussfolgert Wolfgang von Zeppelin. Man wolle keine Firma gründen und den Verein auflösen, aber "wir machen uns darüber Gedanken".

Katy Cuko
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