7th International Airship Convention - 2008

Konferenzen, die die Leichter-als-Luft-Branche betreffen

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7th International Airship Convention - 2008

Beitragvon pestw » So, 20.07.2008 7:14

Von 9. bis 11. Oktober 2008 findet in Friedrichshafen die 7. Internationale Luftschiff-Konferenz der Airship Association statt, in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR).

Die offizielle Webseite für die Konferenz ist www.airshipconvention2008.org

Die Konferenz soll dazu dienen, die industrielle Zusammenarbeit und Arbeitsbeziehungen zu stärken, sowie ein Forum zu bieten für die Präsentation und Diskussion aller wissenschaftlichen und technischen Bereiche, insbesondere Luftschiffe für geringe und große Höhen, bemannt und unbemannt.

Die Hauptgebiete umfassen:
- Forschung und Entwicklung
- Laufende Projekte und Technologie
- Betrieb
- Infrastruktur
- Vorschriften und Regelwerke
- Markt
- Finanzierung, leasing, Versicherung
- Ausbildung und Training
- Geschichte
- Mission und Nutzlast

Die Konferenzsprache ist Englisch.

Der Konferenzort ist die Neue Messe Friedrichshafen, http://www.messe-friedrichshafen.de/html/en/index.php

Auch CargoLifter, sowie die Initiative Zukunft in Brand werden mit Vorträgen vertreten sein.
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Re: 7th International Airship Convention - 2008

Beitragvon k.moestl » So, 20.07.2008 10:37

pestw hat geschrieben:Von 9. bis 11. Oktober 2008 findet in Friedrichshafen die 7. Internationale Luftschiff-Konferenz der Airship Association statt...

Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass einer der für die CagoLifter-Pleite mitverantwortlichen Politiker in dieses Forum schaut - es könnte doch den sanften Schlaf der Selbstgerechten stören - so möchte ich doch für den seltenen Fall vorbauen, denn dass dieser Ausnahmepolitiker auch noch das Preliminary Programme des Kongresses studiert, wäre nun wirklich zuviel verlangt.
Also: Laut Programm sind bisher 44 Vorträge aus 12 Nationen angemeldet. (Argentinien [1], Deutschand [15], Frankreich[1], Großbritannien [9], Japan [3], Kanada [1], Russland [3], Schweiz [2], Spanien [1], Ukraine [2], USA [5], Vereinigte Arabische Emirate [1]).

Dies sei allen ins Stammbuch geschrieben, die -wie der CargoLifter-Insovenzverwalter Mönning - meinen, es gäbe weltweit keine Luftschiffaktivitäten mehr.
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Beitragvon pestw » Do, 09.10.2008 6:29

Heute geht's los!
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Einige Stimmen von Teilnehmern

Beitragvon pestw » Sa, 18.10.2008 8:38

Einige Stimmen zum Verlauf der Convention, natürlich subjektiv und leicht redigiert :)

Bis auf wenige Ausnahmen waren die Beiträge unterirdisch schlecht. Mir scheint, als hätte niemand vorher mal angeschaut, was da überhaupt präsentiert wird. Dafür hat man sich einfach über die Vielzahl der Beiträge gefreut und sie in ein Zwei-Tages-Parallelprogramm mit jeweils halbstündigen Vorträgen gequetscht. Man musste also ständig die Räume wechseln und sich einen neuen Sitz- oder Stehplatz organisieren.

Hinzu kam, dass am ersten Tag eine Reihe von Vortragenden gar nicht erst erschienen ist. Es waren - glaube ich - drei! Dadurch wurde das Program durcheinander gewürfelt. Wenn nun einer glaubte, sich einen schönen Plan zum Zuhören zurecht gelegt zu haben, der wurde eines Besseren belehrt. Einige Beiträge wurden dann einfach vorverlegt, so dass man sich wieder entscheiden musste, was man sich denn anhören will.

Vom Thematischen her war die Veranstaltung eine bunte Ansammlung von kleinen, ferngesteuerten oder autonomen Luftschiffen zum Gebäudescannen in mehreren Varianten bis hin zu den tollen Plänen (keiner hat was Konkretes vorgestellt), die wir alle schon mehr oder weniger kennen. Am krassesten war Mr. Boldt, den wir schon aus Kanada kannten. Nette Ideen mit einigen interessanten Aspekten, aber ganz und gar nicht präsentabel. Er hat da irgendwie in Paint sein Luftschiff in Wabenmoduln gebaut. In den Zuhörerreihen habe ich nur Kopfschütteln wahrgenommen. Ich verstehe durchaus seine Gedanken, aber ich würde mich niemals trauen, das Ganze jetzt in diesem Entwicklungsstadium der versammelten weltweiten LTA-Community zu zeigen.

Der Brüller war übrigens wieder der Auftritt des Lockheed-Martin-Manns (ein anderer als in Kanada). Der war nach Bürgermeister Büchelmeyer, der es natürlich nicht lassen konnte, in seiner Eröffnungsrede eine bissige Bemerkung in Richtung CargoLifter zu machen, der Key Note Speaker. Man möge mich eines Besseren belehren, aber nach meinem Verständnis und dem, was ich in Kanada gehört habe, hebt sich so ein Speaker von der Masse der Vortragenden mit einem übergeordneten Thema ab. Hat er aber nicht. Er hat einfach einen Wust von Folien aufgelegt, hat wieder was von Kundenorientierung gefaselt und hat fein aufgeleistet, was für Systeme LM inzwischen beim Militär im Einsatz hat und was wohl noch kommen wird.

Na super, da werden sich die Leute von der Uno gefreut haben, dass die so viel Geld fürs Abschlachten ausgeben und von der US-Regierung bekommen, die fast jedes Jahr daran erinnert werden muss, dass sie doch mal den UN-Beitrag überweisen soll.

Also, Thema verfehlt. Am nächsten Tag hatte ich das "Vergnügen" neben dem Lockheed-Mann zu sitzen. Der hat sich überhaupt nicht für die laufenden Vorträge interessiert und hat stattdessen hauptsächlich mit seinem Blackberry rumgespielt. Nach einigen Google-Sessions hat er dann irgendein Ping-Pong-Spiel über eine längere Zeit gespielt.

Am ersten Abend waren wir im Zeppelin-Museum zu einem Bürgermeisterempfang, allerdings ohne Bürgermeister. Thema des Abends war es anscheinend, einen DGLR-Vorstand mit der Ehrenmitgliedschaft zu beglücken. Weiß ich nicht mehr genau. Auf jeden Fall schwenkte der Laudator ziemlich schnell von Englisch auf Deutsch, so dass drei Viertel der Anwesenden die nächste halbe Stunde nichts mehr verstanden haben, was er da vorne faselte. Zum Schluss dann der Hammer: Der Laudator machte ebenfalls eine negative Bemerkung zu CargoLifter. Man hätte besser kommunizieren müssen oder so ähnlich. Mir ist schleierhaft, was das an dieser Stelle überhaupt zu suchen hatte. Jedenfalls sprach ihn Dr. von Gablenz nach einiger Zeit an und konfrontierte ihn mit seiner Aussage. Der war wohl etwas überrascht und gab dann wohl auch klein bei. Aber das muss man sich mal vorstellen.

Am nächsten Tag dann der vielleicht interessantere Teil. Dort sollte es ja auch um große Luftschiffe zum Lastentransport gehen. Wenigstens in der einen Hälfte. Das war dann aber auch eine Enttäuschung. Da gründen ein paar Techniker in einer konzertierten Aktion eine LTA-Lasten-Gruppe mit dem Ziel (und nur das wurde gefördert) weitere Besprechungen abzuhalten. Von denen ist aber auch keiner auf die Idee gekommen, mal die CargoLifter-Leute zu kontaktieren.

Giles Camplin (Ex-CL), den habe ich nicht verfolgt, hat in seinem Vortrag von sich gegeben, dass das Ground Handling Procedure von CargoLifter nicht funktioniert habe. Wieder CargoLifter-Bashing. Direkt danach hat CvG seinen Vortrag gehalten, in dem, oh Wunder, gezeigt wurde, wie der Panzer verladen wird, das Ballastwasser weggepumpt und alles zusammen dann zum Schweben gebracht wurde. Großes Staunen in der Runde. Hatten noch nicht viele gesehen. Dann noch das Kurzvideo von unseren Versuchen in Neuhardenberg. Wieder Staunen. Dr. von Gablenz zeigte im Schnelldurchlauf, was CL alles gemacht hat und gerade macht. Er sagte dann aber auch, dass CL gerne das Wissen zur Verfügung stellt. Gegen Bezahlung!

Nach dem Vortrag wurde er dann geradezu umringt von Leuten aus dem Auditorium, die ihm Visitenkarten zusteckten und ein Gespräch führen wollten. Das war nun eines der wenigen Highlights der Veranstaltung.

Während Dr. von Gablenz' Vortrag waren auch ständig die Herren von der UNO (Lebensmittelprogramm / Desasterrelief) am Nicken und nahmen ihn im Anschluss danach sofort zur Seite. Später haben die auch noch selbst eine Präsentation gehalten im Nebenraum, bei der ich dann war. Das war dann aber mehr eine Diskussionsrunde. Es war offensichtlich, dass die mit ihren Möglichkeiten am Ende sind, Dinge zu transportieren. Die suchen dringend andere oder ergänzende Lösungen.

Ansonsten war das so eine Selbstbeweihräucherung mit kaum Kontakt zur realen Außenwelt. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass so mancher Vortragende nur sein Ego füttern wollte.

Bezeichnend übrigens auch, dass über die Airship Convention nicht mit einer Zeile in den Medien berichtet wurde. Wenn man daran denkt, was Barry Prentice bei der A2A-Konferenz in Winnipeg alles angetellt hat, um Presse und TV an den Start zu bekommen und auch bekommen hat!

Die Zeppeliner interessierte die ganze Veranstaltung auch nicht. Sie hatten nicht einen einzigen Vortrag. Die interessierte nur ihre Jubiläumsveranstaltung, auf der die Leistung des Grafen hervorgehoben wurde.
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Airship Convention 2008

Beitragvon FHH der Eibauer » Di, 28.10.2008 18:44

Hier sind meine persönlichen Eindrücke als Besucher der Airship Convention 2008:

Die Teilnehmer erwartete eine abwechslungsreiche Palette von Vorträgen zu völlig unterschiedlichen Themen rund um Luftschiffe und deren Anwendungsgebiete. Selbst die Afrikaner im Congo haben die Genialität der Technologie erkannt und wollen diese nutzbringend einsetzen. Ihre mit Erzen beladenen LKW quälen sich über große Entfernungen auf Pisten die mit Straßen wie wir sie kennen nur im Entferntesten etwas zu tun haben. In Sibirien und Canada gibt es ähnliche Nöte. Durch die Erderwärmung frieren die Flüsse weniger zu und der Transport über das Eis erfolgt mit verbrauchsintensiven Hubschraubern.
Die UN wünscht sich zum Kampf gegen Hunger ein Transportmittel was die Güter direkt zu den Bedürftigen bringt damit verderbliche Fracht nicht erst auf LKW verladen werden und abenteuerlich wie oben erwähnt zum Ziel gebracht werden muss.
Das sind echte Probleme. Hierzulande scheint es vorrangig wichtig zu sein wie der Kasten Bier neben den Fernsehsessel gelangt.
Überrascht war ich, als ich beim Verlassen des Seminarraumes in einer Pause ein größeres Modell-Luftschiff sah, welches die Aufschrift der "TU Chemnitz" trug. Da kommt man aus Sachsen und fährt nach Friedrichshafen um einen Sachsen zu treffen. Mit Dipl.-Ing. Thomas Krause kam ich schnell ins Gespräch. Er programmierte auch die Software um stabil und präzise steuern zu können. Es war eine Augenweide ihn dabei zu beobachten mit welcher Sicherheit dieser Zeppelin bis auf wenige Zentimeter genau an Hindernisse zelebriert wurde ohne die empfindlichen Propeller zu beschädigen. Dr. Carl v. Gablenz meinte später, den sollten wir mit ins Boot holen.
Es gab auch das Eine oder Andere, was teilweise nur noch im Entfernten mit Luftschiffen zu tun hat. Wem ein Vortrag langweilig vorkam, konnte ja gern den Raum wechseln. Beim anderen Thema war gewiss irgendwas interessantes dabei den Horizont zu erweitern. Wenn nicht, taugte es allemal die Englischkenntnisse aufzufrischen oder in der Halle Kontakte mit interessanten Persönlichkeiten zu knüpfen. Gern erinnere ich mich an die persönliche Begegnung mit John Christopher von Zeppelintours.
Am zweiten Tag gab es neben den Vorträgen Praxis zum Staunen. In der Halle vor den Seminar-Räumen wurde es lebhaft. Mich hielt es nicht länger auf dem Sitz. Flugs holte ich meine Kamera aus dem Auto und fing an das bunte Treiben zu filmen. Die Regatta der Modell-Luftschiffe geriet in Gang. Als Organisator und Kampfrichter hatte Herr Eissing alle Hände voll zu tun.
Da ich nun eine Weile mit den Filmaufnahmen beschäftigt war, brauchte ich für diese Zeit keine Entscheidung über den aufzusuchenden Seminarraum treffen. Daher berührte mich auch die Umstellung des Programms weniger.
Das Filmmaterial hab ich hinterher schnell zu Herrn Werner gesandt. Ich bin gespannt was er daraus macht.
Immerhin hatte ich versucht, alle an der Regatta teilnehmenden Modell-Zeppeline in den Fokus zu bekommen. Bei einem eher unvollständigen Modell wurde schnell klar, dass die Flugstabilität ohne Höhenflosse auf der Strecke bleibt. Das gibt die Möglichkeit von den Anderen dazuzulernen und besser zu werden.
Da der Mensch von heute sich so benimmt, als ob es die Natur nicht gäbe, kann es sein, dass sich die Natur von morgen so benimmt, als ob es den Menschen nicht gäbe.
Franz Alt
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