Herangehensweise des Insolvenzverwalters - ein Beispiel

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Herangehensweise des Insolvenzverwalters - ein Beispiel

Beitragvon FHH der Eibauer » Mi, 11.03.2009 17:30

Zitat aus dem Fliegermagazin Heft 2/2009 Seite 16:
Neustart bei Grob Aerospace?
Nachdem die Grob Aerospace GmbH Mitte August letzten Jahres Insolvenz beantragen musste, hat der designierte Insolvenzverwalter Michael Jaffé jetzt zwei Angebote potentieller Investoren vorgelegt. Danach sollen Standort, Know-how und rund 100 Arbeitsplätze am Firmensitz in Tussenhausen-Mattsies bei München gesichert werden. Bei der Gläubigerversammlung der Flugzeugbauer am 16. Dezember wurden zwei Optionen für die Zukunft diskutiert. Beide gehen im Wesentlichen zunächst von der Fortführung des Kengeschäfts mit den leichten Trainingsflugzeugen der Typen G-115E/EG, G-120A und G-140TP aus. „Damit könnten wir unser Hauptziel erreichen und Tussenhausen-Mattsies als Standort für die Produktion sichern sowie etwa 100 Arbeitsplätze erhalten", sagte der vom Amtsgericht Memmingen eingesetzte Insolvenzverwalter. Eine endgültige Entscheidung soll der ebenfalls vom Amtsgericht einberufene Gläubigerausschuss treffen. Seit der Einleitung des Insolvenzverfahrens läuft die Suche nach einem geeigneten Investor auf Hochtouren. „Es waren sehr komplexe Verhandlungen in einem denkbar schlechten wirtschaftlichen Umfeld. Deshalb sind wir zufrieden, dass wir den Gläubigern zwei Alternativen präsentieren konnten. Allerdings sind in beiden Fällen noch einige Bedingungen zu erfüllen, sodass wir derzeit auch ein Scheitern der Verhandlungen noch nicht ausschließen können", so Jaffé. Beide Investorenkonzepte sehen vor, zunächst mit einer Kernmannschaft zwischen 70 und 100 Angestellten den Betrieb fortzuführen. Im einen Fall könnten Produktion und Wartung bereits Anfang Januar wieder aufgenommen werden. Die zweite Option geht von einem Neustart Ende Februar 2009 aus. Nach der Einleitung des Insolvenzverfahrens konnte die Grob Aerospace GmbH den Geschäftsbetrieb noch bis Ende Oktober fortführen, danach wurden die Mitarbeiter freigestellt. Die Investorensuche gestaltete sich sehr schwierig, zum einen durch die komplexe Rechte-Inhaberhaft, andererseits aufgrund der Tatsache, dass die Grob Aerospace AG als Muttergesellschaft den Zugang zu firmeninternen Daten für potentielle Investoren erst Ende September freigegeben hatte. Dadurch ging wichtige Zeit bei der Suche nach Investoren verloren. Die Muttergesellschaft versuchte über mehrere Wochen, eine Rücknahme des Insolvenzantrages zu bewirken, was aber nicht gelang. Zwischenzeitlich wurde auch über das Vermögen der Grob Aerospace AG ein Konkursverfahren in der Schweiz eröffnet. Unabhängig von einer konkreten Lösung für den Produktionsbetrieb in Tussenhausen-Mattsies gehen die Gespräche über die Entwicklung des Business-Jet sp(hoch: n) weiter. "Es gibt hier verschiedene Optionen, die wir noch näher konkretisieren müssen. In der derzeitigen wirtschaftlichen Situation ist aber mit keinem schnellen Ergebnis zu rechnen", so Jaffé.
Da der Mensch von heute sich so benimmt, als ob es die Natur nicht gäbe, kann es sein, dass sich die Natur von morgen so benimmt, als ob es den Menschen nicht gäbe.
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