Schwarze Schafe: Die Tricks der Insolvenz-Aasgeier

Alles zum Thema Insolvenzrecht und Insolvenzverwalter allgemein (nicht speziell das CargoLifter-Verfahren)

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Schwarze Schafe: Die Tricks der Insolvenz-Aasgeier

Beitragvon Henry » Di, 22.07.2003 10:25

DER SPIEGEL 30/2003 - 21. Juli 2003
URL: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,258019,00.html

Insolvenzverwalter
Griff in die Masse
Die Flucht eines Hamburger Anwalts wirft Schatten auf die gesamte Branche: Statt zu retten, was zu retten ist, schlachten einige Juristen Pleitefirmen aus und lotsen Millionen in die eigene Tasche.

Hinter der Eingangstür türmt sich die Post. Die Telefone sind abgeschaltet, das Faxgerät schweigt.

Zuletzt musste Oliver Herbst in den Büroräumen im Hamburger Stadtteil Hohenfelde nur gelegentlich noch vorbeischauen und wichtige Briefe an sich nehmen: Gerichtssachen und Mandantenpost. Herbst kam im Auftrag der Hamburger Anwaltskammer - als Kanzleiabwickler. Denn der Eigentümer der Stadtvilla, der Insolvenzverwalter Hans-Jürgen Lutz, 51, ist seit gut einem halben Jahr spurlos verschwunden.

Er fliege geschäftlich nach Hongkong, hatte der Anwalt seinen Mitarbeitern im November erklärt, danach werde er einen Urlaub in Fernost dranhängen. Seitdem wurde der Mann nicht mehr gesehen, er hat sich vermutlich auf die Philippinen abgesetzt. Mit ihm verschwunden sind Millionensummen aus Pleitefirmen, die sich in seiner Obhut befanden, allein 14 Millionen Euro fehlen beim insolventen Boizenburger Keramikhersteller Gail Inax. Nun ermitteln Staatsanwälte wegen des Verdachts der Unterschlagung und Untreue gegen Lutz.

Die Flucht des Hamburger Rechtsanwalts, der rund 150 laufende Insolvenzverfahren hinterlässt, wirft einen Schatten auf die gesamte Branche. Das Geschäft mit der Pleite läuft prächtig, die Zahl der Firmenzusammenbrüche erreicht immer neue Rekordstände. Gleichzeitig aber häufen sich die Fälle, in denen Verwalter bei unsauberen, teilweise sogar kriminellen Praktiken erwischt werden. Statt zu retten, was zu retten ist, schlachten sie die Pleitefirmen regelrecht aus und lotsen Millionensummen in die eigene Tasche.

Solches Fehlverhalten tritt ausgerechnet in einem Gewerbe auf, das nach außen hin so integer und seriös wirkt. Rechtsanwälte und Steuerberater verwalten als Treuhänder die Vermögenswerte, die nach der Schieflage in der Firma übrig sind. Diese Masse sollen sie sichern und versuchen, damit die Forderungen der Gläubiger zu erfüllen. Im besten Fall gelingt es ihnen, das Unternehmen zu sanieren oder an einen Investor zu verkaufen.

Die Praxis sieht bisweilen ganz anders aus. In der Branche nimmt die Selbstbedienungsmentalität zu, zugegriffen wird vor allem bei Unternehmen in den neuen Ländern:

Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt gegen einen Hamburger Insolvenzverwalter, der mindestens eine Million Euro Vermögen einer Pleite gegangenen Feriensiedlung an der Mecklenburger Seenplatte veruntreut haben soll. Der Advokat ist in Deutschland nicht mehr gemeldet, vermutlich hält er sich in Moskau auf;

der Aachener Konkursverwalter Wilhelm D. soll in der Vergangenheit rund zehn Millionen Euro veruntreut haben, im März verhafteten Beamte des sächsischen Landeskriminalamts den Mann. Zuvor war er jahrelang im Ausland abgetaucht, er soll sich in Gibraltar, Marokko und Griechenland aufgehalten haben. Dem einst angesehenen Anwalt kamen die Fahnder bei Ermittlungen gegen so genannte Firmenbestatter auf die Spur, die Pleitefirmen liquidieren und dabei Gläubiger prellen;

in Stuttgart ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen einen Mitarbeiter eines Insolvenzverwalters, der Immobilien einer Pleitefirma quasi an sich selbst zum Schnäppchenpreis verkauft und anschließend weiterveräußert haben soll - mit Millionengewinn.
Immer häufiger landen in letzter Zeit solche Fälle auf dem Schreibtisch des Hamburger Rechtsanwalts Oliver Nix, 38, der früher selbst bei einem Insolvenzverwalter gearbeitet hat. "Leider stehen oft die finanziellen Interessen der Verwalter im Vordergrund und nicht die der Gläubiger", sagt Nix.
Die normale Vergütung ist lediglich der Grundstock für den Wohlstand dieser Verwalter: Sie wird vom Gericht streng nach Honorarordnung festgesetzt, bei großen Unternehmen kann es sich schon um Millionen handeln. Darüber hinaus aber nutzten die Insolvenzverwalter "eine ganze Reihe von Tricks und Kniffen", so Nix - meist liegen sie in einer Grauzone: So schließen Anwälte Beratungsverträge mit ihrer eigenen Kanzlei, oder sie lassen eine Steuerberatungsgesellschaft, die mit der Kanzlei assoziiert ist, die Erstellung der Jahresabschlüsse übernehmen - alles bezahlt aus dem verbliebenen Firmenvermögen.

Besonders dreiste Verwalter gründen eigens Unternehmen, mit deren Hilfe sie noch mehr Geld aus der Masse auf das eigene Konto transferieren können. Anwalt Nix ist sogar schon auf Abrissbetriebe im Besitz von Insolvenzverwaltern gestoßen: Sie bekommen vom Verwalter den Auftrag, nicht mehr benötigte Firmengebäude abzureißen. "Im Extremfall", klagt der Rechtsanwalt, "ist am Ende für die Gläubiger nichts mehr übrig."

Der Kieler Insolvenzrechtler Stefan Smid beobachtet bereits "eine Verrohung der Sitten" in Teilen der Branche. In der alten Bundesrepublik sei das Geschäft noch fest in der Hand von renommierten und alteingesessenen Wirtschaftskanzleien gewesen. "Schon bei der kleinsten Unsauberkeit", so Smid, "hätten die ihren guten Ruf verloren." Das änderte sich nach Meinung des Professors mit dem Zusammenbruch der DDR.

Seitdem ist der Bedarf nach Abwicklern von Pleitefirmen immens gestiegen, die Aufträge, die die Treuhandanstalt zu vergeben hatte, waren lukrativ. Fast ohne Kontrolle konnten sich die Verwalter ihre Honorare quasi selbst auszahlen und einträgliche Nebengeschäfte einfädeln.

Die Aussicht auf die schnelle Mark führte auch den Hamburger Anwalt Lutz Anfang der neunziger Jahre in den Osten. Der Mann, eloquent und "vor Selbstbewusstsein nur so strotzend", so ein ehemaliger Kollege, kam schnell ins Geschäft, die Treuhand ließ den Juristen Unternehmen gleich dutzendweise abwickeln.

Lutz ging bei den Konkursgerichten in Schwerin und Rostock ein und aus, bei Pleitebetrieben fuhr er gern im neuesten Mercedes-S-Klasse-Modell vor. Ende 1996 zog er einen besonders lukrativen Auftrag an Land: die Sanierung des Fliesenherstellers Gail Inax AG mit ehemals 800 Beschäftigten und 150 Millionen Mark Jahresumsatz samt Tochterbetrieb in Gießen.

Verwalter Lutz setzte sich selbst als Geschäftsführer ein und verbreitete auf der ersten Gläubigerversammlung im August 1997 Optimismus: "Mitte 1998 werden wir erstmals Gewinne erzielen können." Es kam anders. Jedes Jahr machte die Gießener Tochter neue Millionenverluste. Ende 2000 hatten sich laut Jahresabschluss 28 Millionen Mark Schulden aufgetürmt.

Nur durch einen Bilanztrick konnte Geschäftsführer Lutz die weitgehend selbst verschuldete Pleite in der Pleite kaschieren. Als Verwalter der Unternehmensmutter entschuldete Lutz die Gießener Tochter und schmälerte auf diese Weise die Finanzmittel, die eigentlich den Gläubigern zustanden. "Mit einem solchen Griff in die Masse", sagt ein Branchen-Insider, "steht der Verwalter mit einem Bein im Knast." Mehr noch: Ein Teil der Millionen landete bei Lutz. Allein von Mai 1997 bis November 2001 strich der Advokat nach internen Unterlagen rund 5,5 Millionen Mark Honorar für die Insolvenzverwaltung ein. Dazu kamen Geschäftsführergehälter und Beratungshonorare für seine Kanzlei. Weitere 1,7 Millionen Mark landeten - als Darlehen deklariert - auf dem Konto der Gail Inax Verwaltungsgesellschaft. Inhaber: Hans-Jürgen Lutz. Insgesamt, so schätzt der Gießener Geschäftsführer der IG Bau, Klaus-Dieter Körner, "dürften bei Lutz zwischen acht und zehn Millionen Mark hängen geblieben sein".

Der Fehler steckt im System: Kaum ein Insolvenzgericht kontrolliert wirksam, ob die Verwalter ihre Arbeit korrekt verrichten. Im Gegenteil: Immer wieder beauftragen die Gerichte dieselben Anwälte, die Beziehungen zwischen Verwaltern und Richtern sind eng. Wie eng, hat ein Verfahren gegen den Mannheimer Insolvenzrichter Jesco F. deutlich gemacht.

Der hatte jahrelang einem Rechtsanwalt lukrative Firmenabwicklungen zugeschanzt. Dafür konnte der Richter Fahrzeuge, zuletzt einen Alfa Romeo, aus den Pleitebetrieben kostenlos nutzen. Und für den Sohn des Richters gab es ein flottes BMW Cabrio aus der Konkursmasse. Wegen Bestechlichkeit wurde der Richter im Februar zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt.

FELIX KURZ, ANDREAS WASSERMANN
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Beitragvon pestw » Di, 22.07.2003 14:12

Da braucht man nichts mehr dazu zu sagen, oder? :(
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Beitragvon WorstOnTop » Di, 22.07.2003 16:21

Denke auch, dass man dazu nichts sagen braucht, man hat ja das Recht zu Schweigen.
Aber es gibt ja noch andere nach außen hin integer und seriös wirkende Berufe, kann mir nicht vorstellen, dass man als deutscher IV nicht irgendwo anders unterkommen würde. In einer amerikanischen Anwaltskanzlei vielleicht ?

MfG
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Beitragvon climber » Di, 22.07.2003 16:38

Dies wird wohl in kürze im Fall CL überprüft werden. Wir werden sehen.
Wo ein Wille ist, da ist ein Weg !
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Beitragvon Orljonok » Mo, 08.09.2003 20:43

Ich habe gerade im NDR bei der Sendung "Markt im Dritten" auch einen Bericht gesehen, wo ein Insolenzverwalter eine Feriensiedlung nur zum Bruchteil des laut Gutachten erstellten Wertes an nur einen Bieter verkauft hat, ohne bessere Angebote einzuholen. Ausserdem wurde dort berichtet, dass die IV's zwar vom Gericht kontrolliert werden, aber nur wenn Verstösse eindeutig nachweisbar sind. Das klingt zwar logisch, aber es klang ebenfalls heraus, dass die Gerichte die IV's nur wenig kontrollieren.
Das scheint zu bestätigen, dass Insolvensverwalter ziemliche Freiheiten in ihrem Tun und Handeln haben und ihre Fehler und Verstösse kaum geahndet werden.
Eine Wiederholung der Sendung kommt wohl am 09.09.2003 um 1:50 Uhr und am 10.09.2003 um 6:00 Uhr.
Zu diesem gezeigten Thema war auf der Homepage des NDR leider nichts zu finden.
Immer zäh bleiben, dann schafft man es !!!
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a propos Insolvenz-Aasgeier

Beitragvon pestw » Do, 19.02.2004 19:46

Zu diesem Thema morgen die Presse beachten! :idea:
Bild :zib Initiative Zukunft in Brand - Wir verleihen CargoLifter Auftrieb!
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Re: a propos Insolvenz-Aasgeier

Beitragvon k.moestl » Fr, 20.02.2004 14:23

pestw hat geschrieben:Zu diesem Thema morgen die Presse beachten! :idea:


Zu diesem Thema auch die neue Pressemitteilung von IZiB auf der Homepage lesen:

Sind die Tage von Prof. Mönning als Insolvenzverwalter der CargoLifter AG gezählt?
20. Februar 2004
ZUKUNFT GESTALTEN - NACHHALTIGE INNOVATIONEN FÖRDERN
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Beitragvon Beate Kalauch » Fr, 20.02.2004 21:54

Hallo,

ist es nicht schön, es kommt jetzt wohl alles mal ans Licht der Sonne, was der Herr Professor sich da geleistet hat, auf Kosten der gesamten deutschen Bevölkerung!

Der Schaden, den er angerichtet hat, ob er für solche Fälle eine Versicherung hat?

Na, wir dürfen sicherlich gespannt sein....und ein großer Dank den Journalisten, die erkannt haben, was dort gespielt wird!

Gruß aus Hamburg

Beate Kalauch
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Tanz auf dem Vulkan

Beitragvon 5dim » Di, 24.02.2004 16:16

24.02.2004 11:01

Bremer Vulkan – Tanz um ein verrostetes Kalb
von Thomas Godt

Mit guten Aktien lässt sich viel Geld verdienen – aber mit schlechten noch viel mehr. Wie das Spiel funktioniert, zeigt das Beispiel Bremer Vulkan.


Rätselhafter Kursanstieg bei steigenden Umsätzen


Im Juni vergangenen Jahres war es wieder einmal so weit: An der Börse wurde eine Sau durchs Dorf getrieben. Grund für die Jubelstimmung war die Bremer Vulkan. Eine Aktie mit traditionsreichem Namen - aber völlig wertlos.

Völlig wertlos? Nein, denn das Papier legte binnen weniger Tage von vier Cent auf über 30 Cent pro Aktie zu, bei unglaublich hohen Umsätzen. In den folgenden Monaten zog der Kurs weiter an. Zeitweise wurden 63 Cent für das Papier bezahlt. Der Anstieg hatte Gründe, doch welche?


Investorengruppe kündigte Einstieg an
Am 18. Juli kam so etwas wie eine erste Erklärung für den Anstieg. Eine Investorengruppe um den Investmentbanker Werner Brech hatte beim Amtsgericht Bremen einen Antrag gestellt, mit dem ein weiteres Vorstandsmitglied bestellt und der Aufsichtsrat besetzt werden sollte. Mit Erfolg. Die Investorengruppe bestand aus alten Bekannten, auch Rüdiger Beuttenmüller war mit von der Partie. Beuttenmüller, Jurist und in der Finanzszene bekannt, war schon an anderen, ähnlichen Fällen beteiligt. Ob Planus oder Done Project, immer tauchten die gleichen Namen auf. Die neuen Investoren, so nannten sie sich selbst, meldeten stolz, dass sie nicht ganz zehn Prozent der immer noch handelbaren Aktien in ihrem Bestand hätten.


Auf zum Halali
Damit war die Jagd eröffnet. Auf einmal wurde die längst tote Aktie auch in einigen Börsenboards gepusht. Wie aus heiterem Himmel tauchten in diesen Diskussionsforen Teilnehmer auf, die auf die fantastischen Chancen bei der Aktie hinwiesen. Sie nannten Kursziele, die angesichts der Insolvenz mindestens fahrlässig hoch angesetzt waren. Einige nannten gar einen Euro als Mindestziel. Das gibt es nicht? Doch, das gibt es, viel öfter, als man es erwarten könnte. Die Gier nach Geld macht oft blind und das Internet ist ein nettes anonymes Fleckchen.

Die Investoren um Herrn Beuttenmüller hatten sich mit dem Insolvenzverwalter Wellensiek ins Vernehmen gesetzt und seinen Vertreter Dr. Meinecke von ihren Plänen unterrichtet. Danach sollte mit den Gläubigern ein so genannter Zwangsvergleich ausgehandelt werden, um die endgültige Liquidation des Bremer Vulkan abzuwenden. Selbst eine außerordentliche Hauptversammlung wurde angekündigt. Als Termin wurde der 19.Januar 2004 genannt. Denn nur so hätte der leere Börsenmantel wieder mit Leben gefüllt werden können. Dr. Meinecke lacht, wenn er auf diesen "Rettungsversuch" angesprochen wird: "Ich habe diese Leute mehrmals darauf hingewiesen, welche Folgen eine Vergleich hätte. Das Geld, dass sie angeblich einwerben wollten, wäre an die Gläubiger gewandert, dem Unternehmen wäre nichts, aber auch gar nichts geblieben." Meinecke wundert es nicht, dass es um den angekündigten US-Investor bedenklich still geworden ist. Gegenüber boerse.ARD.de sagte Meinecke, es würde nur noch ein paar Monate dauern, dann sei der Fall Bremer Vulkan erledigt.



Hauptversammlung hat nie stattgefunden
Werner Brech, seines Zeichens Vorstand der Bremer Vulkan, ist nicht in Bremen, sondern im Süden Deutschlands telefonisch zu erreichen. Auf die Frage, ob er wieder von den US-amerikanischen Investoren gehört habe, antwortet er ausweichend. Nein, das schwebe derzeit, nein, die Hauptversammlung habe nicht stattgefunden, nein, viel Zeit bliebe nicht mehr. Er sei im übrigen nicht darüber informiert, ob der Investorenkreis, für den er im Vorstand des insolventen Unternehmen sitzt, überhaupt noch Aktien halte.
Bleibt also die Frage, ob ein Ausstieg der "Investoren" längst auf kaltem Wege stattgefunden hat. Die Umsätze zur Hoch-Zeit der Aktie lassen dies vermuten. Nachweisen lässt sich das Ganze natürlich nicht. Es sei denn, das BaFin nähme sich des Falles einmal an.



Das Spiel hat Vorbilder
Ähnlich gelagerte Fälle gibt es genug. Denn selbst mit wertlosen Penny-Stocks lässt sich eine so genannte „Mantel-Spekulation“ durchziehen und viel Geld verdienen. Man kauft leise Aktien im unteren Cent-Bereich ein, lässt Vorstände austauschen oder einsetzen, präsentiert angebliche Investoren oder Interessenten und verabschiedet sich aus der Aktie, selbstverständlich bei steigenden Kursen. Das Internet hat diese Geschäftsidee befördert – es ist leicht für Propaganda zu missbrauchen. Es wird immer wieder Anleger geben, die ihrer Gier nachgeben und auf derartige Push-Versuche einsteigen. Den letzten beißen die Hunde. Das wird auch im Fall Bremer Vulkan so sein. Noch gibt es für das Papier 29 Cent, die Frage ist: Wie lange noch?

Quelle:
http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_49183
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